She came back wearing a smile.

Ich bin zurück. Zurück von einem Wochenende voller Schlamm, Unwetter, abgesoffener Zelte und genervtem Gefluche. Aber gleichzeitig hätte es nicht schöner sein können. Ein ziemlicher Widerspruch. Aber jeder, der dabei war, wird mir zustimmen: Rock am Ring 2016 war toll. Für alle anderen, hier mein kleines Fazit. Passenderweise mit The Adventures of Raindance Maggy von den Red Hot Chili Peppers.


Um ehrlich zu sein, ich habe mich am Vortag gar nicht mal so sehr auf RaR gefreut. Was zum einen daran liegt, dass ich es abgrundtief hasse, Koffer zu packen (ich habe generell viel zu viel dabei. Frau muss ja auf alles vorbereitet sein 😉 ). Zum anderen fand ich das Line up nicht so super wie die letzten Jahre. Auf dem Weg nach Mendig hat es dann auch noch furchtbar angefangen zu regnen. Meine Stimmung war auf ihrem absoluten Tiefpunkt angekommen. Daran konnte auch die Flasche „Wasser“ nur bedingt etwas dran ändern.

Am Gelände angekommen ging erstmal das große Geschleppe los. Trotz Rock’n’Roll-Premium-Tickets haben wir irgendwo am Arsch der Welt parken müssen. Und eins kann ich euch als Festival-Anfängerin sagen: Packt nur das aller nötigste ein und schmeißt dann nochmal die Hälfte raus. Alleine meine Tasche war ohne Sackkarre kaum zu bewegen. (Ich entschuldige mich hiermit nochmal in aller Form bei meinen Mitstreitern;)) Zweimal Laufen inklusive Autosuche auf dem Parkplatz (Lerneffekt gleich 0) und einiges an „Wasser“ später standen unsere Zelte und der Pavillon und die einzige trockene Nacht im eigenen Zelt begann.

Zum Rock’n’Roll-Ticket: Natürlich war der ganze Spaß um einiges teurer als das Standard-Ticket. Und bei 222,50€ überlegt man sich als arme Studentin auch zweimal, ob das wirklich sein muss. Auch wenn das mit dem Rock’n’Roll-Parken nicht geklappt hat (ein Hoch auf die unfassbar gute Organisation), hat sich das meiner Meinung nach schon gelohnt. Alleine dafür, dass wir Strom hatten und unser Camping Platz abgesehen vom Matsch schon besser aussah. Was allerdings für mich nicht klar geht, ist es, Premium Tickets anzubieten und dann nicht alle versprochenen Zusatzleistungen zu bieten. Wir sind Donnerstag Abend angereist und konnten weder auf einem Rock’n’Roll Parkplatz parken noch eine der ausgewiesenen, nahe an der Bühne gelegenen Campingplätze nutzen sondern mussten auf die neu ausgewiesene Fläche ausweichen. Diese war weiter vom Gelände entfernt als das General Camping. Wenigstens gab’s Strom.

Der erste richtige Festivaltag hat auch echt gut begonnen. We came as Romans waren ziemlich gut und trotz anhaltendem Regen hatten wir ziemlich Spaß. Leider haben wir Breaking Benjamin verpasst, aber pünktlich zu Disturbed und While she sleeps waren wir wieder am Gelände. Nach While she sleeps begann dann das angekündigte Unwetter. Natürlich habe ich im Vorfeld immer mal wieder in die Wettervorhersagen geguckt und gesehen, dass die Aussichten für mein erstes RaR nicht gerade rosig waren. Aber was dann da runter kam, war echt heftig.

Nach While she sleeps sind wir aus dem Alternatent raus und wollten erstmal was essen. Aber daraus wurde nichts. Noch während der Durchsagen des Veranstalters, die vor dem herannahenden Unwetter warnen sollten, gingen die ersten Blitze auf dem Gelände runter. Ich bin wirklich kein Angsthase, was Gewitter angeht (meiner Wald-und-Wiesen-Dorfkindheit sei Dank 😉 ), aber ich muss zugeben, dass mir ziemlich mulmig zu Mute war. Wir sind dem Strom der Besucher Richtung Camping Platz gefolgt. Der Regen war heftig und ständig gingen Blitze runter. Unser kleines Lager kam bei der ganzen Sache nicht gut weg. Bis auf ein Zelt waren alle Zelte (inklusive dem, in dem meine Tasche stand) abgesoffen und nass. Unser mühevoll auf den Campingplatz geschleppter Pavillon stand nur noch zur Hälfte. Von den matschigen Wegen will ich mal gar nicht erst anfangen…

Die Lage war unübersichtlich. Lange gab es keine genauen Infos. Durchsagen waren auf dem Campingplatz schwer verständlich und überall kamen Gerüchte auf. Verletzte, Veranstaltungsabbruch, Reanimation sogar von einem Toten war die Rede (was sich ja zum Glück als falsch herausgestellt hat…) Immer wieder gab es neue Meldungen und besorgte Anrufe und Nachrichten von Freunden und Familie. Über dem Gelände kreisten mehrere Hubschrauber. Da kam ein bisschen Katastrophenstimmung auf. Wir haben in Anbetracht der Situation auf Tenacious D und Panic at the Disco verzichtet und sind barfuß durch den Matsch gewatet (Nordsee-Feeling ;)), um im Auto zu übernachten.

Am nächsten Tag wurden zwischen den einzelnen Schauern Klamotten trocken geföhnt und mit dem „Wiederaufbau“ begonnen. Beim Flunkyball-Spielen in der Sonne kam dann das erste Mal richtiges Festival-Gefühl auf. Wir waren uns sicher, dass wir nicht wie viele Besucher abreisen sondern bleiben wollten. Und wieder hat uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht. Statt dem Veranstaltungsbeginn wurden die Besucher in Durchsagen dazu aufgefordert, zu den Fahrzeugen zu gehen, da ein neues Unwetter im Anmarsch war. Nach dem Schock vom Vortag haben wir das dann auch gemacht. Wieder mal gab es widersprüchliche Informationen (eine Polizistin sprach davon, dass vor 22:00 Uhr keine Band mehr spielen würde, ein anderer Ordner vermutete den kompletten Abbruch der Veranstaltung). Das angekündigte „Unwetter“ war letztendlich ein Regenschauer. Also nichts Wildes. Eine von vielen

Um 20:00 Uhr wurde das Programm fortgesetzt mit den wunderbaren Red Hot Chilli Peppers. Selbst knietief im Matsch waren die super. (nach zwei Tagen mehr oder weniger barfuß und in hochgekrempelter Jogginghose im Schlamm ist einem alles egal 😉 ).  Allerdings kann ich mir vorstellen, dass schönes Wetter nochmal einiges an der Stimmung verändert hätte… Da die RHCP in der ersten halben Stunde direkt mal alle ihre großen Hits rausgehauen haben, konnten wir entspannt zu Bullet for my Valentine wechseln. Definitiv mein RaR-Highlight. Ich hoffe, dass ich es im November nochmal zu ihrer Deutschland-Tour schaffe. Danach noch Billy Talent (diesmal aber vom sicheren „Rindenmulch-Hügel“ aus) und mein Festivaltag war gerettet.

Am nächsten Morgen war Aufbruchsstimmung. Wir waren die einzigen, die keine Ahnung hatten, dass Rock am Ring 2016 schon Samstagnacht abgebrochen worden war. Als dann gegen 9:00 Uhr die ersten offiziellen Durchsagen des Veranstalters kamen (und wir auch endlich gecheckt hatten was los ist…), war der Frust groß. Ich hatte mich insbesondere auf den Sonntag gefreut: Heisskalt, Bring me the Horizon, Fettes Brot. Daraus wurde nun nichts. Natürlich verstehe ich die Veranstalter: Nach über 80 Verletzten wäre es unverantwortlich gewesen, weitere Risiken einzugehen. Aber wenn ich eine 90.000-Mann-Veranstaltung abbreche, dann bitte nicht so.

Die Durchsagen waren schlecht verständlich, die ganze Situation unübersichtlich, offizielle Informationen Mangelware. Einzige klare Aussage: um 12:00 müssten alle vom Gelände runter sein, da ein heftiges Unwetter nahen sollte. Diese Aussage hat für ziemlich viel Hektik und Panik gesorgt. Unser Hauptproblem: Wie schaffen wir es, mit 3 Leuten und Kater das komplette Gepäck einer 5-Mann-Truppe mit nur einmal Laufen auf den weit entfernten Parkplatz zu schleppen? Ende vom Lied: Wir mussten einiges zurücklassen und auch die Plätze, an denen wir vorbei kamen, boten ein gespenstisches Bild: Verlassene Zelte, Pavillons und Gepäckstücke. Die Ordner waren entweder gar nicht da oder komplett überfordert. (Vielen Dank an den, der uns in die falsche Richtung geschickt hat…) Ironischerweise war das Wetter gut wie nie und die Sonne brannte förmlich vom Himmel. Was bei der Menge an Gepäck echt keinen Spaß gemacht hat… Von den Wasserausgabe-Stellen des DRKs habe ich persönlich keine gesehen. Wir wurden sogar von Security-Personal angesprochen, ob wir noch Wasser für sie hätten… Am Parkplatz war das Chaos dann perfekt. Wir haben aufgrund von Staus und festgefahrenen Fahrzeugen über 3h auf dem Parkplatz verbracht. Wenigstens war das Wetter super und das Unwetter blieb aus 😀

Trotz schlechtem Wetter, unorganisiertem Ablauf und einigen zurückgelassenen Gepäckstücken war das Wochenende super! Ich habe definitiv „Festival-Blut“ geleckt und freue mich auf den restlichen Festivalsommer. Und natürlich auf RaR 2017!

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She came back wearing a smile.

You’re my favorite song! (Rock’n’heim 2015)

Kannst du dich noch an dein allererstes Konzert erinnern? Also das erste richtige Konzert? Bei mir war das Simple Plan. In einer kleinen Stadthalle. Ein richtig toller Abend. Am Sonntag auf dem Rock’n’heim war das dann wie ein kleiner Flashback. Die Jungs haben einen neuen Song vorgestellt, der ab heute erhältlich ist: BOOM.

„In a world full of heart ache
Seems like everyone’s burning out
You and me we did it our way
And this love ain’t running out
We got that fire, that cold
And I just need you to know

You’re my favorite song
My sing along
You shall bright like brighter in the dark end
You’re my clarity
The best part of me
You still make my crazy little heart go boom!
Wo wo wo boom!
Wo wo wo boom!
Wo wo wo
You still make my crazy little heart go boom!

Don’t worry about tomorrow
Cause these walls will never fall
I just want to let the world know
What we got is unbreakable
We got it under control
We’re good we’re silent we’re gold

You’re my favorite song
My sing along
You shall bright like brighter in the dark end
You’re my clarity
The best part of me
You still make my crazy little heart go boom!
Wo wo wo boom!
Wo wo wo boom!
Wo wo wo
You still make my crazy little heart go boom!

You make crazy little heart go
And I want everyone to let go
Hey
You make crazy little heart go
Now I never want to let go

Wo wo wo boom!
Wo wo wo

You’re my favorite song
My sing along
You shall bright like brighter in the dark end
You’re my clarity
The best part of me
You still make my crazy little heart go boom!
Wo wo wo boom!
Wo wo wo boom!
Wo wo wo
You still make my crazy little heart go boom!“


Simple Plan sind so etwas wie die Helden meiner Jugend (auch wenn sich das mit nicht mal 20 sehr seltsam anhört). Welcome to my life, I’m just a kid und Shut up waren lange Zeit die meistgespielten Songs auf meinem iPod. Bei Simple Plan scheiden sich die Geister: Unter einem Youtube Video (ich glaube es war zu Perfect) habe ich mal gelesen, Simple Plan mache Musik für „dicke, pubertäre Emo-Mädchen“. Seltsamerweise war auf dem Simple Plan-Konzert damals der Anteil an „dicken, pubertären Emo-Mädchen“ verschwindend gering. Aber das sind diese Musik-bedingten Vorurteile: Klar sagt der Musikgeschmack einiges über jemanden aus, aber eben nicht alles. Ich trage schließlich auch keinen Irokesen und Sicherheitsnadeln im Ohr nur weil ich gerne Punk höre. Ebenso wenig bin ich ein dickes, pubertäres Emo-Mädchen. Simple Plan feiere ich trotzdem.

Auf dem Rocknheim haben Simple Plan dann also BOOM vorgestellt. Ein ganz netter Pop-Lovesong, der in die Richtung des letzten Albums „Get your Heart on!“ geht. Ich bin von dem Song so semi-begeistert. An die alten Sachen von Simple Plan kommt er bei weitem nicht ran. Aber ich bin mal gespannt, was da noch so kommt auf dem neuen, mittlerweile fünften Album. Ich freue mich auf jeden Fall drauf.

Das Rock’n’heim war, verglichen mit dem RiH, eine ganz andere Hausnummer. Auf einem Festival dieser Größenordnung war ich bisher noch nicht. Erster kleiner Minuspunkt war auf jeden Fall, dass es keine Festivalbändchen gab. (Und sind wir mal ehrlich: es gibt doch nichts schöneres, als am Ende des Festivalsommers die Bändchen durchzugucken und in Erinnerungen zu schwelgen;) ). Das eigentliche Problem war aber, dass ein Verlassen des Festivalgeländes nach einmaligen Betreten nicht mehr möglich war.Das stellte sich im weiteren Verlauf des Festivals als entscheidenden Nachteil heraus. Aber dazu später mehr.

Zum Auftakt lieferten While she sleeps und Halestorm eine echt gute Show ab. Danach kamen Simple Plan. Die Stimmung war nicht ganz so schön wie bei dem mehrmals erwähnten „Stadthallen-Konzert“, aber es war trotzdem echt cool. Im Anschluss gab es meine persönliche Neuentdeckung für den Tag: Flogging Molly. Gutgelaunter Folk-Punk-Rock (?). Schwer zu erklären. Aber höre es dir am besten einfach selbst an – Beiträge auf diesem Blog werden sicherlich folgen;). Der Hockenheim-Ring hat sich in einen irisches Pub verwandelt inklusive einem sehr lustigen Moshpit mit hohem Hüpf-Anteil. Ich habe für mich auf jeden Fall festgestellt, dass Flogging Molly perfekt auf meine „Guten Morgen-Playlist“ passen. KIZ waren hingegen definitiv nicht mein Fall. Ich kann einfach nichts feiern, wo die Lyrics zum Großteil aus „Hurensohn“, „ich ficke deine Mutter“ und „Spast“ bestehen. das hat für mich nichts mehr mit Ironie oder Schwarzen HUmor oder so zu tun. Ne. Echt nicht. Passend zu meiner Stimmung hat es nach dem Auftritt von KIZ angefangen, heftig zu regnen. Und wenn ich heftig schreibe, meine ich heftig. Innerhalb kürzester Zeit waren wir klitschnass. So ohne Jacke und in kurzen Hosen. Andererseits haben dann aber Kraftklub die Bühne zerlegt – inklusive Konfetti und Wett-Crowdsurfen. Unglaublich gute Stimmung und mein persönliches Highlight auf dem Rocknheim. Ich muss unbedingt mal auf ein Kraftklub-Konzert! Das Farin Urlaub Racing Team war dagegen eher ein Flop. Ich kannte kaum einen Song und Farin selbst  war auch eher unlustig und seine „Mitmach-Songs“ („Wie macht der Blitz? So macht der Blitz!“) haben das auch nicht besser gemacht. Im Gegenteil. Außerdem finde ich, dass es sehr verzweifelt wirkt, wenn man sich Background-Sängerinnen in Hosenanzügen auf die Bühne stellt, die mehr oder weniger synchron und einstudiert mitwippen…

Nach Farin Urlaub ging dann das große Warten los. Das Warten auf Linkin Park. 40 min Umbaupause waren angesetzt. Und 40 min im strömenden Regen können verdammt lang sein. Nach 40 min ging es dann auch pünktlich los. Mit einem Werbeeinspieler zum Linkin Park-Fanclub und dem nervigen Hinweis darauf, dass Linkin Park auch Snapchat haben. Danach passierte erstmal nichts. Linkin Park haben uns eine Viertelstunde warten lassen. Aber dann ging es endlich los. Und wie. Gefühlt jeder zweite, dem ich im Vorfeld von meinen Festivalplänen erzählt habe, hat mich gewarnt, dass Linkin Park live ziemlich scheiße seien. Dementsprechend niedrig waren meine Erwartungen. Aber ich fands wirklich gut. Du stehst da. Klitschnass. Das Intro beginnt. Du erkennst den Song und kannst ihn komplett mitsingen. Das war mega schön. Leider ist mein Linkin Park-Lieblingssong – Leave out all the rest – nur kurz angespielt worden. Um halb zwölf sind Linkin Park dann pünktlich und ohne Zugabe von der Bühne. Das stand so ein bisschen symbolisch für die ganze Show. Auch wenn die Songs mega gut sind, irgendwie entstand keine Verbindung zwischen dem Publikum und der Band. Aber naja so ist das eben. Ich bin vielleicht mit den ganzen kleinen Konzerten und Festivals ein bisschen verwöhnt, was sowas angeht;)

Kommen wir nun zum ultimativen Festival-Tipp: Solltet ihr mit dem Auto auf ein Festival fahren, merkt euch um Gottes Willen, wo ihr geparkt habt. Das haben wir uns auch. Wir waren früh da, also sind bin ich auf den ersten geöffneten Parkplatz gefahren. Dann gerade durch, links in eine Parkplatzreihe rein und dann direkt rechts. Genau da sind wir auch nach dem Festival hin gelaufen. Aber da stand mein Auto nicht. Wir haben den gesamten Parkplatz abgesucht und ich kam mir noch nie so dämlich vor. Aber immerhin waren wir nicht die einzigen Volltrottel. Nach anderthalb Stunden  im Regen (!) haben wir dann zwei Typen getroffen, gemeinsam gesucht, erst deren und dann unser Auto gefunden. Ich war noch nie so glücklich, mein Auto zu sehen. Und ich habe da nicht geparkt. Wirklich nicht;)

Viel Spaß beim Reinhören in BOOM:)

Mehr Linkin Park. Mehr Kraftklub. Mehr Festival.

You’re my favorite song! (Rock’n’heim 2015)