Schön, dich zu sehen. Auf einen Schnaps oder zehn

„Schon schräg. Grad ist alles ganz schön okay. Hab‘ viel zu erzählen“ Klar könnte das Wetter schöner sein. Natürlich ist die Uni anstrengend. Natürlich hätte ich gerne mehr Zeit für die wirklich wichtigen Dinge. Und natürlich wäre ich heute morgen gerne in Köln geblieben und nicht zurück in die Uni gefahren. Trotzdem geht’s mir so gut wie nie. Und Casper und Kraftklub haben das perfekt eingefangen:



Eigentlich sind Klausurenphasen für mich immer eine relativ depressive Angelegenheit: Druck, Zweifel und natürlich die ewige Frage nach dem Sinn (nachzulesen hier ). Áber dieses Mal ist alles anders. Trotz Unistress würde ich diesen Sommer gerne fest halten und in Dauerschleife immer wieder erleben. Ich bin unfassbar viel unterwegs in letzter Zeit: Köln. Berlin. Barcelona. Amsterdam. Rock am Ring.(und in 42 Tagen geht es schon aufs Rocco del Schlacco!!). Alleine das macht mich einfach unfassbar glücklich. Einfach alles in eine Tasche werfen und los. Jedes Wochenende aufs neue. Wenn es nach mir ginge, könnte das jetzt ewig so weiter gehen.

Wofür ich aber mindestens genauso dankbar bin, sind die Menschen, mit denen ich all diese Erlebnisse teilen darf. Danke, dass es euch gibt!! Auf die nächsten durchgemachten Nächte, Roadtrips, Festivals und Flunkyball-Runden mit „Wasser“:)

Und wenn man erstmal erkannt hat, dass eigentlich alles gut ist, wie es ist, lässt sich der alltägliche Wahnsinn und die größeren und kleineren Katastrophen viel einfacher ertragen. Meine Oma sagt immer, gut gelaunt lebt es sich leichter. Recht hat sie.

Ich wünsche dir eine schöne Restwoche! Und selbst wenn du gerade hinter Büchern und Laptop versinkst, eigentlich ist doch alles ganz schön ok, oder? 😉

Schön, dich zu sehen. Auf einen Schnaps oder zehn

Fly away with me, just leave the gravity.

 

Wieder mal habe ich lange nichts von mir hören lassen. Aber die letzte Zeit war einfach unfassbar turbulent für mich. Es ist ziemlich viel passiert, sowohl privat als  auch beruflich. Als kleines „Comeback“ gibt es deshalb einen Song, der mich in der letzten Zeit begleitet hat. Mal wieder eher was „radiotaugliches“: Livingston mit Go.


Ich bin ein absoluter Kopfmensch. Ständig am Grübeln und Nachdenken. Alles wird überdacht, hin und her geplant und am Ende  umgeworfen. Entscheidungen werden solange aufgeschoben, bis ich vor lauter innerlichen Pro & Contra – Listen überhaupt nicht mehr weiter weiß. Generell mache ich mir immer um alles mögliche Sorgen. Mein Hang zu Dramatik, Hysterie und Übertreibungen ist dabei nicht gerade förderlich. Eigentlich könnte man sagen, ich bin ein ziemlicher Angsthase. Insbesondere wenn es darum geht, neue Menschen in mein Leben zu lassen. Lieber mal auf Abstand, immer mit einem Fuß Richtung Notausgang.

Die letzten Monate haben mir aber gezeigt, dass es sich manchmal lohnt, einfach nicht nachzudenken und spontan auf sein Bauchgefühl zu hören. Ohne Back-Up Plan. Einfach mal schauen, wie es wird. Ohne vorher alles bis aufs Kleinste zu definieren.

Die britische Band Livingston fasst das einfach und klar in diesem Song zusammen. „You won’t know, if you won’t go.“ Diese Zeile war so etwas wie das Motto meiner letzten Monate. Der Song an sich macht einfach gute Laune und strotzt nur so vor Energie, selbst in der Akustikversion. Falls er dir bekannt vorkommen sollte, kann das zwei verschiedene Gründe haben: Entweder bist du Wintersport-Fan und hast 2010 die Fernsehübertragungen der Olympischen Winterspiele in Vancouver mit verfolgt (da war Go der Olympiasong des ZDF) oder du bist Ed Westwick-Fan und hast dir den wunderbar kitschigen Mädchen-Film „Powder Girl“ angeschaut 😉 (da gehört Go zum Soundtrack).

Wie auch immer. Solltest du jetzt gerade auf ein Zeichen warten, dann ist das dieser Song. Nicht nachdenken. Machen. Go for it!

Fly away with me, just leave the gravity.

With open arms and open heart.

Geheimtipp-Sonntag !! Da draußen gibt es so viel tolle Musik. Vor allem so viel unbekannte Musik. Ein bisschen was gibt’s davon heute. Und zwar The Jerks mit Catch you.


„Together we are rising and if you fall down, I’ll catch you before you hit the ground.“ Ganz simpler Text, aber eine -wie ich finde- wunderschöne Liebeserklärung, Freundschaftserklärung oder was auch immer. Einfach schön, wenn man an die Menschen denkt, die einem besonders wichtig sind. Ein Wohlfühlsong mit absoluter Ohrwurmgarantie.  Perfekt, um alte Fotos anzugucken und in Erinnerungen zu schwelgen. Dazu passt auch das Video. Ganz simpel, aber es vermittelt diese tolle Live-Atmosphäre.. Hach, ich muss ganz dringend mal wieder auf ein Konzert! Das letzte ist schon viel zu lange her.

„Entdeckt“ habe ich die Jerks vor zwei Jahren auf dem Wavesound Festival in Herborn. Wieder mal ein sehr kleines, aber feines Festival. Wieder mal waren wir wegen Itchy Poopzkid da  (Hilfe! Langsam fühle ich mich wie ein 14-jähriges Fangirl, das zur Stalkerin mutiert 😀 ). Wieder mal mit neuer, toller Musik nach Hause gefahren.

Viel Spaß beim Reinhören! (Es lohnt sich ;))

With open arms and open heart.

Da steht ja,ja,ja – aber nein. Nicht mit mir.

Ja,ja,ja die lieben guten Vorsätze – aber nein nicht mir. Was für eine Überleitung ;). Einer meiner Vorsätze war es ein bisschen fleißiger zu sein, was diesen Blog angeht. Das hat ja bisher super geklappt. Nicht. Der letzte Beitrag liegt auch schon wieder drei Wochen zurück und Teile dieses Beitrages gammeln etwa genauso lange in den Untiefen meines Laptops vor sich hin. Trotzdem bin ich nicht zum Veröffentlichen gekommen. Aber besser spät als nie. Die Klausuren sind rum, das Büro hat mich wieder. Trotzdem jetzt nochmal als kleiner Rückblick auf meine Klausurenphase- wie im letzten Beitrag angekündigt – die zweite Motivationshilfe beim Lernen: Jennifer Rostock mit Mein Mikrofon:


Um direkt mal ein häufig auftretendes Missverständnis aufzuklären, ja die Frau im Video ist die Frontfrau von Jennifer Rostock. Und ja, sie heißt auch Jennifer. Aber nicht Jennifer Rostock sondern Jennifer Weist. Und aus Rostock kommt auch keines der Bandmitglieder. Ich gebe zu, ich habe ein bisschen gebraucht, bis ich da durchgeblickt habe. Die Entstehung des Bandnamens hat dann aber doch wieder mit Jennifer Weist zu tun. Sie wurde sie von einem Freund, mit dem sie sich in Rostock getroffen hatte, als „Jennifer Rostock“ in dessen Handy eingespeichert. Und fertig war der Bandname. So schnell kanns gehen.

Jennifer Rostock waren mir noch aus meiner Twilight-Phase ein Begriff. Ja, ich gebe zu, ich fand glitzernde Vampire und muskulöse Werwölfe eine Zeit lang ziemlich toll. Zu meiner Verteidigung: die Soundtracks zu den Filmen sind ziemlich gut. Und auf den New Moon-Soundtrack ist als einzige deutsche Band Jennifer Rostock vertreten. Mit „Es tut wieder weh.“ Dieser Song ist so ganz anders als „Mein Mikrofon“: nicht laut, schrill und rebellisch sondern eher ruhig, düster und traurig. Diese beiden Songs zeigen ganz gut, was Jennifer Rostock meiner Meinung nach ausmacht: die Bandbreite der Songs. Von laut bis leise, vom Rocksong bis zur Ballade: all das füllt Jennifer Weist mit ihrer Stimme aus, ohne dass es auch nur einmal gestellt oder erzwungen wirkt. Irgendwie erinnert mich ihre Stimme an eine ziemlich coole Mischung aus Judith Holofernes (Wir sind Helden) und Stefanie Klos (Silbermond). Die Texte sind unkonventionell. Man muss die Songs mehrfach hören, um die Bedeutung dahinter zu erkennen.

Während dem Lernen habe ich hauptsächlich das Album „Schlaflos“ gehört. Das gibt’s bei Spotify auch als kommentierte Version. Es ist ganz interessant zu hören, was die einzelnen Bandmitglieder selbst über ihre Songs denken. „Mein Mikrofon“ war übrigens der Grund dafür, dass ich dümmlich grinsend in meiner Englischklausur saß. Die Klausur war jetzt eher weniger Grund zur Freude, aber ich hatte einen unglaublichen Ohrwurm von dem Song und hatte deshalb trotz allem gute Laune und musste vor ich hin grinsen. Oh Gott. Bitte sag mir nicht, dass ich da die einzige bin.

Viel Spaß beim Reinhören!:)


Mehr Filmsoundtrack gibt es hier.

Da steht ja,ja,ja – aber nein. Nicht mit mir.

Motiviert. Der Tunnelblick ans Ziel.

Wuhu! Die Hälfte der Klausuren ist rum!! Halbzeit! Die Vorbereitung auf Klausuren ist bei mir immer seeeehr  musiklastig. Ich kann es einfach nicht ertragen, wenn es um mich herum still ist. Deshalb läuft bei mir (fast) immer Musik. Zum Lernen muss es etwas besonders Motivierendes sein. Meine Musiksammlung ist seit dieser Klausurenphase um zwei Interpreten reicher. Einen davon möchte ich heute mit dir teilen: Kontra K mit Erfolg ist kein Glück.


 

Um ehrlich zu sein, mit Rap konnte ich nie viel anfangen. Okay, Eminem hat irgendwann seinen Weg auf meinen iPod gefunden. Aber das ist ja auch EMINEM. Der gehört ja musikalisch gesehen fast schon zum Pflichtprogramm. Insbesondere auf Deutsch kann ich dem Ganzen nicht wirklich was abgewinnen. Wahrscheinlich weil man dann besser versteht, über was die da rappen. Gangsterrap mit schlechter Grammatik und möglichst vielen Beleidigungen versetzt mit einer Überdosis Mchogehabe. Wenn ein Album schon Zuhältertape heißt, dann kann da ja nichts Gutes bei rum kommen, oder? Irgendwie finde ich dieses Getue um Ghetto und Straße fast schon belustigend und wirklich ernsthafte Musik ist das für mich auch nicht. Das hat Jan Böhmermann mit seinem „Ich hab Polizei!“ ganz gut eingefangen :). Wenn mir jemand, wahrscheinlich mein kleiner Bruder aka neuerdings Teilzeit-Gangster, noch vor ein paar Tagen gesagt hätte, dass ich mal ein Rap-Album rauf und runter hören würde, hätte ich wahrscheinlich gelacht „Und Salat schrumpft den Bizeps, ja klar…“

Und dann kam Kontra K alias Max um die Ecke beziehungsweise irgendwie in meine Youtube-Vorschlagsliste. Allein der Titel „Erfolg ist kein Glück“ hat schon so was Mantra-artiges. Genau das richtige für meine Klausuren-Motivations-Playlist(übrigens zu finden auf meinem Spotify-Profil!). Zugegeben das Video ist wieder ganz Rapper-mäßig übertrieben und pathetisch, dickes Auto und imposante Kulisse, aber der Song ist wirklich toll. Unglaublich motivierend. Das ganze Album hat mir die ein oder andere Lernnachtschicht gerettet. „Vom Schatten ins Licht“ ist eines dieser Alben, die einfach „rund“ sind. Die man von vorne nach hinten durchhören kann und am Ende hat man das Gefühl, man habe einen Film gesehen. Die Songs passen zueinander und gehen alle in die selbe Richtung. In Richtung „Soundtrack zum Weiterkämpfen“ und das ohne übertriebenen Hass und ohne auf dicke Hose zu machen. Nach Erfolg ist kein Glück gefällt mir auch Kampfgeist sehr gut. Der geht noch mehr in Richtung Sport. In einem Interview mit der Juice hat Kontra K damit das Ziel seiner Musik zusammengefasst: er wolle „seine Hörer auf den Sportfilm bringen“. In meinem Fall hat er das geschafft! (auch, wenn ich wahrscheinlich noch nie so weit von Sport entfernt war, wie jetzt… 🙂 )

Apropos Interview: Ich habe mir so einiges an Interviews mit Kontra K durchgelesen und angeguckt. Ich hatte ja Zeit. (Na ja eigentlich hatte ich einfach nur keine Lust auf IFRS und Arbeitsrecht. Aber lassen wir das ;)) Er ist mir sehr sympathisch, weil er einfach so echt und ehrlich rüber kommt. Ja, ich weiß. Das kann man als Zuschauer/Leser nie so genau wissen. Aber wenn man verhältnismäßig alte Videos mit neueren vergleicht, ist da keine Veränderung festzustellen. Vom kleinen Licht bis hin zum Major Deal: Immer der gleiche, bodenständige Typ. Außerdem mag ich seine Stimme. Die hat für mich so was Beruhigendes. Perfekt, wenn man nachts um halb zwei zwischen Gesetzbüchern versinkt und  leicht hysterisch, die eigene Flucht plant.

Jetzt aber genug der Lobeshymnen. Hör doch einfach selbst mal rein 🙂

Welcher Song motiviert dich zu Höchstleistungen? Lass mir gerne einen Kommentar da! Zwei Klausuren muss ich nämlich noch schaffen 😀

Motiviert. Der Tunnelblick ans Ziel.

Like your life is a map with no compass to guide.

Erwachsen sein ist scheiße. Ich wäre eindeutig dafür, niemals erwachsen zu werden. Immer jung bleiben. Eine schöne Vorstellung… Und da muss man doch sofort auch immer irgendwie an Peter Pan denken. Passender Soundtrack dazu: Somewhere in Neverland von All Time Low.

„Say goodbye to the halls and the classes
Say hello to a job and the taxes
The weekends with old friends spilling into 9 to 5 routine
Tell me how you feel over and done with
Like your life is a map with no compass to guide
At the bar drinkin‘ way too much
We sing along to „Forever Young“.

So here we go again
Wishin‘ we could start again

Wendy, run away with me!
I know I sound crazy
Don’t you see what you do to me?
I wanna be your lost boy
Your last chance, a better reality

Wendy, we can get away
I promise if you’re with me, say the word and we’ll find a way
I can be your lost boy, your last chance
Your „everything better“ plan
somewhere in Neverland

We’ll start a life of the plain and the simple
Of great times with far better people
And weekends with our friends
Laughing ‚bout the wine that stains their teeth
We’ll talk about how your parents separated and
How you don’t wanna make the same mistakes as them
I’ll say it’s all about stickin‘ it out
And trying to feel forever young

So here we go again
Wishin‘ we could start again

Wendy, run away with me!
I know I sound crazy
Don’t you see what you do to me?
I want to be your lost boy
Your last chance, a better reality
(Yeah)

Wendy, we can get away
I promise if you’re with me, say the word and we’ll find a way
I can be your lost boy, your last chance
Your „everything better“ plan
somewhere in Neverland

So here we go again
Wishin‘ we could start again

Wendy run away with me
I know I sound crazy
Don’t you see what you do to me?
I want to be your lost boy
Your last chance, a better reality

Wendy, we can get away!
I promise if you’re with me, say the word and we’ll find a way
I can be your lost boy, your last chance
Your „everything better“ plan
Oh, somewhere in Neverland“


Erwachsen sein ist scheiße. Aber kann man das mit nicht mal 20 überhaupt beurteilen? Ja, ich denke schon. Im Normalzustand hasse ich dieses weinerliche „Ich will nicht erwachsen werden. Früher war alles besser. Ich will zurück in die Schule. Nein! Am besten zurück in den Kindergarten!“ mimimi… Oder noch schlimmer diese Facebook Posts (meist geteilt von weiblichen Facebook-Freunden jenseits der 50): „Teile das, wenn du noch draußen gespielt hast statt mit dem Smartphone!“ Ihr kennt sie sicher alle. Grauenhaft. Am liebsten würde ich jeden einzelnen dieser Post kommentieren: DANN GEHT DOCH RAUS SPIELEN, WENN IHR AUF VERÄNDERUNGEN NICHT KLAR KOMMT!!!!!!!!!! Ja genau. Es sind diese Facebooknutzer, die Satzzeichen missbrauchen und immer noch nicht mit der Feststelltaste klar kommen. Aber ich schweife ab. Wo war ich stehen geblieben? Ach ja. Im Normalzustand bin ich keiner dieser Forever-Young-Nostalgiker.

Im Normalzustand. Sind Studenten unter uns? Oder noch besser duale Studenten? Sehr gut. Willkommen im Klub. Euch muss ich nicht erklären, dass die Klausurenphase rein gar nichts mit Normalzustand zu tun hat. Es herrscht Ausnahmezustand. In jeder Hinsicht. Dieser seelische und körperliche Ausnahmezustand rechtfertigt so einiges. Auch, dass man sich ordentlich selbst bemitleidet, unter der Bettdecke verkriecht und davon träumt mit Peter Pan nach Neverland abzuhauen, um nieeeeeemals erwachsen zu werden.

Ich war in der letzten Woche mit einer guten Freundin unterwegs, die ich schon länger nicht gesehen habe. Sie steckt zur Zeit mitten in den Vorbereitungen für das Abitur. Während sie von Abi-Vorschlägen, Lektürenschlüsseln und den Schrecken des Zentralabiturs erzählte, habe ich mich immer wieder bei dem Gedanken ertappt, dass so ein Zeitsprung zurück in die zwölfte Klasse gar nicht so schlecht wäre.

Ich will um Gottes Willen das Abi nicht klein reden!! (und das schreibe ich jetzt nicht nur, um meine Abitur-geplagten Leser nicht zu verlieren 😉 ) Die Zeit in der Oberstufe – insbesondere kurz vor dem Abi – war eine stressige Zeit. Aber es war auch gleichzeitig eine sehr schöne Zeit. Die Oberstufe ist die Zeit in der man zu „den Großen“ gehört und mit dem eigenen Auto zur Schule fährt. Gleichzeitig ist aber auch alles für einen geplant. Deine Fächer, dein Stundenplan, deine Klausuren. Um nichts musst du dich kümmern.

Und dann ist die Schule vorbei. Plötzlich bist du für dich selbst verantwortlich. Steuererklärung, Altersvorsorge, Büroalltag. Alle erwarten von dir, dass du weißt, was du zu tun hast. Und was machst du? Du siehst dich panisch nach dem nächsten Erwachsenen um, bist du merkst: „Ach Verdammt! Ich bin ja jetzt selbst einer!“

 Und weil ich seit heute morgen 9:30 Uhr  in meiner ältesten Jogginghose, ungeschminkt und mit fettigen Haaren (ja, die Wahrheit ist nicht schön) ununterbrochen vor meinem Laptop sitze, um eine Präsentation für die Uni vorzubereiten – die noch vor Weihnachten abgeben sein sollte. Oh du fröhliche! – , kann ich mit nicht mal 20 sagen: Erwachsen sein ist scheiße.

Das hört sich alles ganz schön frustriert und depressiv an. Burnout mit nicht mal 20!?! Ich glaube, ich sollte eben schnell was klar stellen. Versteht mich bitte nicht falsch: Ich mag mein Studium. Ich mag meinen Job. Wenn ich auf das letzte Jahr zurückschaue, fühle ich mich, als wäre ich gealtert. Gealtert ist vielleicht das falsche Wort. Ich fühle mich, als wäre ich gewachsen. Weitergekommen. Es ist schön zu sehen, dass die meisten Sachen gar nicht mehr so gruselig sind, wenn man erstmal damit angefangen hat. Im Normalzustand finde ich das also eigentlich alles ganz cool, so wie es ist.

Aber wir erinnern uns: Klausurenphase. Ausnahmezustand. Heute hat jemand zu mir gesagt: „Bei dir hat man das Gefühl, du bist mit der Uni liiert.“ So fühle ich mich im Moment auch. Ich kann euch sagen, es ist eine Horrorbeziehung. Und geht das nur mir so? Sobald es schwierig wird, stellt sich die Sinnfrage: Warum tue ich mir das an? Wofür? Um den Rest meines Lebens 9 to 5 hinter einem Schreibtisch zu sitzen? Hilfe! Plötzlich erscheint alles so verbaut und vorbestimmt, was es aber mit nicht mal 20 definitiv nicht ist.

Da solche Gedanken nicht unbedingt förderlich für meine Laune sind, brauche ich dringend Ablenkung durch die richtige Musik. Und so gerne ich es auch mag, ist Hardcore mit leicht depressiven, wütenden Texten à la Boysetsfire oder Sum41 in dieser Situation nicht sehr angebracht. Das macht nämlich erfahrungsgemäß alles nur noch schlimmer. Was Positives musste her. Ein bisschen Pop-Punk schadet nie. Deshalb höre ich beim Lernen gerne All Time Low.

„Somewhere in Neverland“ habe ich erst heute „entdeckt“. Und wie jede „Neuentdeckung“ hat mich der Song sofort an meinen Blog erinnert, den ich in den letzten drei Monaten – upps! – sträflich vernachlässigt habe. Aber das Schreib-Fieber hat mich wieder gepackt und ich gelobe Besserung im kommenden Jahr. Ich weiß, gute Vorsätze sind nur da, um sie spätestens in der zweiten Januarwoche wieder über den Haufen zu werfen. Aber ich meine es wirklich Ernst. Schon allein deshalb, weil ich gerade merke, wie sehr mir das Schreiben gefehlt hat 😀 Hier wird sich zwischen den Jahren außerdem ein bisschen was ändern. Also seid gespannt!:)

Viel Spaß mit dem Song!


Lust auf…

…. mehr Prokrastination?

…. mehr Selbstmitleid?

…. mehr „Ich-will-aber-nicht-erwachsen-werden!“?

Ach da war ja noch was… Ich wünsche dir schöne Weihnachtsfeiertage! 🙂

Like your life is a map with no compass to guide.

Bevor ich rede, könnt‘ ich auch schon mal denken.

Wetten, dass du den folgenden Song und die dazugehörige Band noch nie gehört hast? Dann wird es höchste Zeit! Zeit für Strandlichter mit Alles beim Alten:

„Ich vermisse Ruhe in den stürmischen Momenten
und ein bisschen Rückenwind, wenn mir mal nichts gelingt
Stille könnt‘ mich ab und zu mehr lenken
Bevor ich rede, könnt‘ ich auch schon mal denken
Ich hab stets gute Laune im Gepäck und zwar ‘ne Menge davon
Geht’s um Aussichten und Job sag ich: „Ich regel das schon“

Doch ich seh mein Leben später wieder durch die rosa Brille
Dann fehlt mir Selbstständigkeit und hier und da der Wille
Etwas durchzuziehen, vom Anfang bis zum Ende
Fang an, zu zweifeln und komm an meine Grenzen ran
Ich brauch mehr Sicherheit auf fallendem Gelände
Dass ich im Fall des Falles, den Fallschirm schneller öffnen kann

Ich werd mir meinen Weg bauen, nur kann es etwas länger dauern
Doch ich hab Selbstvertrauen und ich komm schon klar
Mach dir keine Sorgen, denn das Ziel ist nah…

Und dann steh ich alleine da und wunder mich
Dass alles so ist, so wie es ist
Nichts verändert sich, solang ich nicht
Ausspreche, was ich denk und was ich vermiss

Ich vermiss zu reden ohne vorher Themen
In meinem Kopf zurecht zu legen
Spontanität fehlt mir auf meinen Lebenswegen
Ich vermiss Zeit zu haben, grad für die kleinen Dinge
In meinem Leben, mit denen ich so gerne Zeit verbring

Doch meistens ist genau das Gegenteil der Fall
Bevor ich mich verseh‘, ist der Tag wieder vorbei
Dann lieg ich wach im Bett und frag mich, was ich erreicht hab
Mir wird bewusst, dass es für nicht so viel gereicht hat

Ich vermiss, dass ich mir eingesteh‘, so wie ich bin:
Ist schon gut so, das hat schon alles seinen Sinn
Es wär ja schlimm, wenn ich so wär wie du und du wie ich
Es wär keine Lösung, denn das hilft uns beiden nicht

Ich werd mir meinen Weg bauen, nur kann es etwas länger dauern
Doch ich hab Selbstvertrauen und ich komm schon klar
Mach dir keine Sorgen, denn das Ziel ist nah…

Und dann steh ich alleine da und wunder mich
Dass alles so ist, so wie es ist
Nichts verändert sich, solang ich nicht
Ausspreche, was ich denk & was ich vermiss“


Ich liebe diesen Song. Ich weiß, ich schreibe das in gefühlt jedem zweiten Beitrag. Aber ich kann es nur wiederholen, ich liebe diesen Song. Ein absoluter Wohlfühlsong. Wann immer ich den höre, bekomme ich gute Laune. Manchmal höre ich mir den Song bewusst dann an, wenn ich mit irgendwas nicht weiterkomme: Kopfhörer auf, Lautstärke hoch, durchatmen, nochmal neu anfangen.

Textlich ist das so ein typischer Fall von: „warum kann jemand, den ich nicht kenne und wahrscheinlich auch nie kennen lernen werde, so perfekt beschreiben, wie ich mich fühle ?“. Außerdem hat hier jemand bewiesen, dass er ein ziemlich gutes Gefühl für die deutsche Sprache hat („im Fall des Falles den Fallschirm schneller öffnen kann“ finde ich genial !) Und wo wir gerade beim Text sind: Ich bin wahrscheinlich der einzige Mensch (neben der Band selbst natürlich 😉 ), der diesen Song komplett auswendig kann.

Strandlichter sind eine zufällige Live-Entdeckung. Das erste Mal habe ich die Jungs in Hamburg auf dem Kirchentag live gesehen. Aber eher unfreiwillig, weil wir in irgendeine Veranstaltung nicht mehr rein gekommen sind und der angrenzende Saal die nächste Möglichkeit bot, sich hinzusetzen. Im Programmheft standen die Jungs damals noch als Café Jazz. Der Name wäre schon einer, der Gründe gewesen, sich die Band nicht anzuschauen. Mal ganz ehrlich: Café Jazz klingt nach einem Seniorenchor. Oder einer Projektband von Musiklehrern. Aber nicht nach guter Musik. Doch schon in Hamburg hießen Café Jazz nicht mehr Café Jazz, sondern Mateo. „Schon viel besser!“, habe ich mir damals gedacht. Aber rein marketingtechnisch war der Name auch ein Flop. Das ist mir spätestens dann aufgefallen, als ich wieder zu Hause war und Mateo in Kombination mit ein paar Lyrics, die ich noch im Kopf hatte, gegooglet habe. Erkenntnis: Mateo steht auch nicht so unbedingt für gute Musik.

Aller guten Dinge sind ja bekanntlich drei. Jetzt also Strandlichter (und unter diesem Namen kannst du sie jetzt auch schnell und einfach im Internet finden). Ob ich den Namen so viel besser finde, weiß ich nicht. Es hat ein bisschen was von einem norddeutschen Kinderchor;) Aber Name hin oder her: die Musik ist super! Also anhören, stalken, liken, Daumen hoch geben und was auch immer 😀

Viel Spaß beim Reinhören:)

Bevor ich rede, könnt‘ ich auch schon mal denken.