Let’s unwrite these pages and replace them with our own words.


In den letzten paar Tagen habe ich mal wieder viel Rise Against gehört. Swing Life Away ist mir dabei zum ersten Mal richtig aufgefallen. Und nach mehreren Tagen Dauerhören muss ich meine Gedanken dazu einfach mal los werden.


Was ich an diesem Song so liebe, sind -abgesehen von den Lyrics natürlich- die ruhigen, melancholischen Untertöne. Eigentlich nichts Ungewöhnliches für Rise Against. Trotzdem finde ich, dass es kaum einen Song gibt, der an diese nachdenkliche Stimmung ran kommt und so viele verschiedene Ebenen bedient.

„I’ll show you mine if you’ll show me yours first. Let’s compare scars, I’ll tell you whose is worse.“ Zum einen ist da dieses Misstrauen, die Vorsicht, die glaube ich jeder von uns schon mal am Anfang einer neuen Beziehung oder Freundschaft erlebt hat. Wie viel gebe ich von mir Preis? Welche „Narben“ halte ich lieber versteckt? Dann kommt das Gefühl von Abhängigkeit, das Bedürfnis nach Sicherheit hinzu: „I won’t cross these streets until you hold my Hand“ Und schließlich die Unsicherheit, wenn man sich die Zukunft ausmalt: „Are we getting closer or are we just getting more lost?“ Wo sind wir in fünf Jahren? In einem Jahr? In ein paar Monaten? Gibt es dann überhaupt noch ein „wir“? Wie in einem meiner letzten Beiträge mal erwähnt, bin ich ein Kopf-Mensch, die perfekte Kandidatin für das berühmt berüchtigte „Over-thinking“. Um so mehr berührt mich dieser Song jedes Mal aufs neue und ich habe das Gefühl, jede einzelne Zeile der Lyrics nachvollziehen zu können.

Neben diesen ganzen, doch eher negativ behafteten Fragezeichen bringt der Song aber auch noch einiges Positives mit sich: „I’ve been here so long, I think that it’s time to move. The winter’s so cold, summer’s over too soon. So let’s pack our bags and settle down where palm trees grow“ Diese Sehnsucht nach dem Abhauen, dem Alles-hin-schmeißen und irgendwo ganz neu anzufangen begleitet mich immer in irgendeiner Form. Jetzt, wo ich einige Menschen kenne, mit denen sich das Abhauen mehr denn je lohnen würde, ist es nun noch schlimmer geworden. In diesem Sommer war  ich viel unterwegs, habe viele neue Leute getroffen, aber auch viele „alte“ Freunde besser kennen gelernt. Orte besucht, die ich noch nicht kannte und -was mich wohl am meisten beschäftigt und auch verändert hat- bin immer wieder auf neue und vorallem sehr unterschiedliche Lebensentwürfe und -Ideen gestoßen.  Ich finde, dass jede neue Reise, jede neue Bekanntschaft, eine Erkenntnis mit sich bringt: Das, was du dein Leben nennst, ist noch lange nicht alles. Da draußen gibt es so viele Möglichkeiten und so viel zu entdecken. Wenn ich so drüber nachdenke, packt mich die Abenteuerlust. Es kribbelt förmlich in meinen Fingern und ich kann kaum noch still sitzen.

Also warum tue ich mir das eigentlich an? Warum packe ich nicht einfach meine Sachen und bin weg? Warum setze ich mich nicht einfach auf irgendeine Veranda in einer anderen Stadt mit den Menschen, die mir wichtig sind und „lasse das Leben an mir vorbei ziehen“? Warum bleibe ich nicht einfach an Orten, die mir gefallen? Warum belasse ich es bei diesem Beitrag (den ich übrigens in einer zugegebenermaßen sehr langweiligen Vorlesung verfasse – sorry not sorry! :D)? Bin ich inkonsequent, feige, langweilig?

Diese Fragen habe ich mir in den letzten Monaten immer wieder getellt. Jetzt glaube ich eine Antwort gefunden zu haben: Nein. Ich bin weder inkonsequent noch feige. Ich bin wohl eher das, was man als „vernünftig“ und „realistisch“ beschreiben würde. Das hört sich im ersten Moment furchtbar langweilig an (und ist es wahrscheinlich auch), aber es ist definitiv nichts für das man sich rechtfertigen oder sogar entschuldigen müsste. Ich werde mein Studium nicht abbrechen, um in eine andere Stadt oder gleich ein anderes Land abzuhauen. Genauso wenig werde ich meinen Job kündigen oder in einer Nacht-und-Nebel-Aktion mit nur einem Koffer zuhause ausziehen. Denn auch wenn ich mich mehr als zuvor zunehmend „eingesperrt“ fühle in einem Leben, was irgendwie nicht 100% meinen Vorstellungen entspricht, weiß ich, dass ich schon weit gekommen bin. Weiter als ich es mir  vor ein paar Jahren vorstellen konnte. Und es wird auch noch weiter gehen. Ich bin außerdem überzeugt davon, dass ich mir durch mein Studium ein großes Stück Freiheit erst ermögliche. Deshalb mache ich weiter. Deshalb tue ich mir das an, den wenigen Schlaf, den Stress, den Druck, die Nachtschichten am Schreibtisch und wenn es nicht mehr anders geht manchmal auch die Tränen der Wut und Enttäuschung . Deshalb bleibt es vorerst bei großen Plänen und noch größeren Träumen. Zumindest bis ich meinen Abschluss in der Tasche habe. (Ich kann es kaum erwarten!)

Bis es soweit ist, werde ich die wenigen „Freiheiten“ meines Studentenlebens voll und ganz auskosten, mich in so viele Moshpits, wie möglich schmeißen, so viele Konzerte und Festivals, wie möglich besuchen und so viel Zeit, wie nur irgendwie geht, mit meinen Freunden verbringen. Kurz: Ich werde mitnehmen, was geht. Wir sind alle nur einmal jung!:)

„But we’ve had some times, I wouldn’t trade for the world
We chase these days down with talks of the places that we will go

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Let’s unwrite these pages and replace them with our own words.

Fly away with me, just leave the gravity.

 

Wieder mal habe ich lange nichts von mir hören lassen. Aber die letzte Zeit war einfach unfassbar turbulent für mich. Es ist ziemlich viel passiert, sowohl privat als  auch beruflich. Als kleines „Comeback“ gibt es deshalb einen Song, der mich in der letzten Zeit begleitet hat. Mal wieder eher was „radiotaugliches“: Livingston mit Go.


Ich bin ein absoluter Kopfmensch. Ständig am Grübeln und Nachdenken. Alles wird überdacht, hin und her geplant und am Ende  umgeworfen. Entscheidungen werden solange aufgeschoben, bis ich vor lauter innerlichen Pro & Contra – Listen überhaupt nicht mehr weiter weiß. Generell mache ich mir immer um alles mögliche Sorgen. Mein Hang zu Dramatik, Hysterie und Übertreibungen ist dabei nicht gerade förderlich. Eigentlich könnte man sagen, ich bin ein ziemlicher Angsthase. Insbesondere wenn es darum geht, neue Menschen in mein Leben zu lassen. Lieber mal auf Abstand, immer mit einem Fuß Richtung Notausgang.

Die letzten Monate haben mir aber gezeigt, dass es sich manchmal lohnt, einfach nicht nachzudenken und spontan auf sein Bauchgefühl zu hören. Ohne Back-Up Plan. Einfach mal schauen, wie es wird. Ohne vorher alles bis aufs Kleinste zu definieren.

Die britische Band Livingston fasst das einfach und klar in diesem Song zusammen. „You won’t know, if you won’t go.“ Diese Zeile war so etwas wie das Motto meiner letzten Monate. Der Song an sich macht einfach gute Laune und strotzt nur so vor Energie, selbst in der Akustikversion. Falls er dir bekannt vorkommen sollte, kann das zwei verschiedene Gründe haben: Entweder bist du Wintersport-Fan und hast 2010 die Fernsehübertragungen der Olympischen Winterspiele in Vancouver mit verfolgt (da war Go der Olympiasong des ZDF) oder du bist Ed Westwick-Fan und hast dir den wunderbar kitschigen Mädchen-Film „Powder Girl“ angeschaut 😉 (da gehört Go zum Soundtrack).

Wie auch immer. Solltest du jetzt gerade auf ein Zeichen warten, dann ist das dieser Song. Nicht nachdenken. Machen. Go for it!

Fly away with me, just leave the gravity.

Da steht ja,ja,ja – aber nein. Nicht mit mir.

Ja,ja,ja die lieben guten Vorsätze – aber nein nicht mir. Was für eine Überleitung ;). Einer meiner Vorsätze war es ein bisschen fleißiger zu sein, was diesen Blog angeht. Das hat ja bisher super geklappt. Nicht. Der letzte Beitrag liegt auch schon wieder drei Wochen zurück und Teile dieses Beitrages gammeln etwa genauso lange in den Untiefen meines Laptops vor sich hin. Trotzdem bin ich nicht zum Veröffentlichen gekommen. Aber besser spät als nie. Die Klausuren sind rum, das Büro hat mich wieder. Trotzdem jetzt nochmal als kleiner Rückblick auf meine Klausurenphase- wie im letzten Beitrag angekündigt – die zweite Motivationshilfe beim Lernen: Jennifer Rostock mit Mein Mikrofon:


Um direkt mal ein häufig auftretendes Missverständnis aufzuklären, ja die Frau im Video ist die Frontfrau von Jennifer Rostock. Und ja, sie heißt auch Jennifer. Aber nicht Jennifer Rostock sondern Jennifer Weist. Und aus Rostock kommt auch keines der Bandmitglieder. Ich gebe zu, ich habe ein bisschen gebraucht, bis ich da durchgeblickt habe. Die Entstehung des Bandnamens hat dann aber doch wieder mit Jennifer Weist zu tun. Sie wurde sie von einem Freund, mit dem sie sich in Rostock getroffen hatte, als „Jennifer Rostock“ in dessen Handy eingespeichert. Und fertig war der Bandname. So schnell kanns gehen.

Jennifer Rostock waren mir noch aus meiner Twilight-Phase ein Begriff. Ja, ich gebe zu, ich fand glitzernde Vampire und muskulöse Werwölfe eine Zeit lang ziemlich toll. Zu meiner Verteidigung: die Soundtracks zu den Filmen sind ziemlich gut. Und auf den New Moon-Soundtrack ist als einzige deutsche Band Jennifer Rostock vertreten. Mit „Es tut wieder weh.“ Dieser Song ist so ganz anders als „Mein Mikrofon“: nicht laut, schrill und rebellisch sondern eher ruhig, düster und traurig. Diese beiden Songs zeigen ganz gut, was Jennifer Rostock meiner Meinung nach ausmacht: die Bandbreite der Songs. Von laut bis leise, vom Rocksong bis zur Ballade: all das füllt Jennifer Weist mit ihrer Stimme aus, ohne dass es auch nur einmal gestellt oder erzwungen wirkt. Irgendwie erinnert mich ihre Stimme an eine ziemlich coole Mischung aus Judith Holofernes (Wir sind Helden) und Stefanie Klos (Silbermond). Die Texte sind unkonventionell. Man muss die Songs mehrfach hören, um die Bedeutung dahinter zu erkennen.

Während dem Lernen habe ich hauptsächlich das Album „Schlaflos“ gehört. Das gibt’s bei Spotify auch als kommentierte Version. Es ist ganz interessant zu hören, was die einzelnen Bandmitglieder selbst über ihre Songs denken. „Mein Mikrofon“ war übrigens der Grund dafür, dass ich dümmlich grinsend in meiner Englischklausur saß. Die Klausur war jetzt eher weniger Grund zur Freude, aber ich hatte einen unglaublichen Ohrwurm von dem Song und hatte deshalb trotz allem gute Laune und musste vor ich hin grinsen. Oh Gott. Bitte sag mir nicht, dass ich da die einzige bin.

Viel Spaß beim Reinhören!:)


Mehr Filmsoundtrack gibt es hier.

Da steht ja,ja,ja – aber nein. Nicht mit mir.

Motiviert. Der Tunnelblick ans Ziel.

Wuhu! Die Hälfte der Klausuren ist rum!! Halbzeit! Die Vorbereitung auf Klausuren ist bei mir immer seeeehr  musiklastig. Ich kann es einfach nicht ertragen, wenn es um mich herum still ist. Deshalb läuft bei mir (fast) immer Musik. Zum Lernen muss es etwas besonders Motivierendes sein. Meine Musiksammlung ist seit dieser Klausurenphase um zwei Interpreten reicher. Einen davon möchte ich heute mit dir teilen: Kontra K mit Erfolg ist kein Glück.


 

Um ehrlich zu sein, mit Rap konnte ich nie viel anfangen. Okay, Eminem hat irgendwann seinen Weg auf meinen iPod gefunden. Aber das ist ja auch EMINEM. Der gehört ja musikalisch gesehen fast schon zum Pflichtprogramm. Insbesondere auf Deutsch kann ich dem Ganzen nicht wirklich was abgewinnen. Wahrscheinlich weil man dann besser versteht, über was die da rappen. Gangsterrap mit schlechter Grammatik und möglichst vielen Beleidigungen versetzt mit einer Überdosis Mchogehabe. Wenn ein Album schon Zuhältertape heißt, dann kann da ja nichts Gutes bei rum kommen, oder? Irgendwie finde ich dieses Getue um Ghetto und Straße fast schon belustigend und wirklich ernsthafte Musik ist das für mich auch nicht. Das hat Jan Böhmermann mit seinem „Ich hab Polizei!“ ganz gut eingefangen :). Wenn mir jemand, wahrscheinlich mein kleiner Bruder aka neuerdings Teilzeit-Gangster, noch vor ein paar Tagen gesagt hätte, dass ich mal ein Rap-Album rauf und runter hören würde, hätte ich wahrscheinlich gelacht „Und Salat schrumpft den Bizeps, ja klar…“

Und dann kam Kontra K alias Max um die Ecke beziehungsweise irgendwie in meine Youtube-Vorschlagsliste. Allein der Titel „Erfolg ist kein Glück“ hat schon so was Mantra-artiges. Genau das richtige für meine Klausuren-Motivations-Playlist(übrigens zu finden auf meinem Spotify-Profil!). Zugegeben das Video ist wieder ganz Rapper-mäßig übertrieben und pathetisch, dickes Auto und imposante Kulisse, aber der Song ist wirklich toll. Unglaublich motivierend. Das ganze Album hat mir die ein oder andere Lernnachtschicht gerettet. „Vom Schatten ins Licht“ ist eines dieser Alben, die einfach „rund“ sind. Die man von vorne nach hinten durchhören kann und am Ende hat man das Gefühl, man habe einen Film gesehen. Die Songs passen zueinander und gehen alle in die selbe Richtung. In Richtung „Soundtrack zum Weiterkämpfen“ und das ohne übertriebenen Hass und ohne auf dicke Hose zu machen. Nach Erfolg ist kein Glück gefällt mir auch Kampfgeist sehr gut. Der geht noch mehr in Richtung Sport. In einem Interview mit der Juice hat Kontra K damit das Ziel seiner Musik zusammengefasst: er wolle „seine Hörer auf den Sportfilm bringen“. In meinem Fall hat er das geschafft! (auch, wenn ich wahrscheinlich noch nie so weit von Sport entfernt war, wie jetzt… 🙂 )

Apropos Interview: Ich habe mir so einiges an Interviews mit Kontra K durchgelesen und angeguckt. Ich hatte ja Zeit. (Na ja eigentlich hatte ich einfach nur keine Lust auf IFRS und Arbeitsrecht. Aber lassen wir das ;)) Er ist mir sehr sympathisch, weil er einfach so echt und ehrlich rüber kommt. Ja, ich weiß. Das kann man als Zuschauer/Leser nie so genau wissen. Aber wenn man verhältnismäßig alte Videos mit neueren vergleicht, ist da keine Veränderung festzustellen. Vom kleinen Licht bis hin zum Major Deal: Immer der gleiche, bodenständige Typ. Außerdem mag ich seine Stimme. Die hat für mich so was Beruhigendes. Perfekt, wenn man nachts um halb zwei zwischen Gesetzbüchern versinkt und  leicht hysterisch, die eigene Flucht plant.

Jetzt aber genug der Lobeshymnen. Hör doch einfach selbst mal rein 🙂

Welcher Song motiviert dich zu Höchstleistungen? Lass mir gerne einen Kommentar da! Zwei Klausuren muss ich nämlich noch schaffen 😀

Motiviert. Der Tunnelblick ans Ziel.

Like your life is a map with no compass to guide.

Erwachsen sein ist scheiße. Ich wäre eindeutig dafür, niemals erwachsen zu werden. Immer jung bleiben. Eine schöne Vorstellung… Und da muss man doch sofort auch immer irgendwie an Peter Pan denken. Passender Soundtrack dazu: Somewhere in Neverland von All Time Low.

„Say goodbye to the halls and the classes
Say hello to a job and the taxes
The weekends with old friends spilling into 9 to 5 routine
Tell me how you feel over and done with
Like your life is a map with no compass to guide
At the bar drinkin‘ way too much
We sing along to „Forever Young“.

So here we go again
Wishin‘ we could start again

Wendy, run away with me!
I know I sound crazy
Don’t you see what you do to me?
I wanna be your lost boy
Your last chance, a better reality

Wendy, we can get away
I promise if you’re with me, say the word and we’ll find a way
I can be your lost boy, your last chance
Your „everything better“ plan
somewhere in Neverland

We’ll start a life of the plain and the simple
Of great times with far better people
And weekends with our friends
Laughing ‚bout the wine that stains their teeth
We’ll talk about how your parents separated and
How you don’t wanna make the same mistakes as them
I’ll say it’s all about stickin‘ it out
And trying to feel forever young

So here we go again
Wishin‘ we could start again

Wendy, run away with me!
I know I sound crazy
Don’t you see what you do to me?
I want to be your lost boy
Your last chance, a better reality
(Yeah)

Wendy, we can get away
I promise if you’re with me, say the word and we’ll find a way
I can be your lost boy, your last chance
Your „everything better“ plan
somewhere in Neverland

So here we go again
Wishin‘ we could start again

Wendy run away with me
I know I sound crazy
Don’t you see what you do to me?
I want to be your lost boy
Your last chance, a better reality

Wendy, we can get away!
I promise if you’re with me, say the word and we’ll find a way
I can be your lost boy, your last chance
Your „everything better“ plan
Oh, somewhere in Neverland“


Erwachsen sein ist scheiße. Aber kann man das mit nicht mal 20 überhaupt beurteilen? Ja, ich denke schon. Im Normalzustand hasse ich dieses weinerliche „Ich will nicht erwachsen werden. Früher war alles besser. Ich will zurück in die Schule. Nein! Am besten zurück in den Kindergarten!“ mimimi… Oder noch schlimmer diese Facebook Posts (meist geteilt von weiblichen Facebook-Freunden jenseits der 50): „Teile das, wenn du noch draußen gespielt hast statt mit dem Smartphone!“ Ihr kennt sie sicher alle. Grauenhaft. Am liebsten würde ich jeden einzelnen dieser Post kommentieren: DANN GEHT DOCH RAUS SPIELEN, WENN IHR AUF VERÄNDERUNGEN NICHT KLAR KOMMT!!!!!!!!!! Ja genau. Es sind diese Facebooknutzer, die Satzzeichen missbrauchen und immer noch nicht mit der Feststelltaste klar kommen. Aber ich schweife ab. Wo war ich stehen geblieben? Ach ja. Im Normalzustand bin ich keiner dieser Forever-Young-Nostalgiker.

Im Normalzustand. Sind Studenten unter uns? Oder noch besser duale Studenten? Sehr gut. Willkommen im Klub. Euch muss ich nicht erklären, dass die Klausurenphase rein gar nichts mit Normalzustand zu tun hat. Es herrscht Ausnahmezustand. In jeder Hinsicht. Dieser seelische und körperliche Ausnahmezustand rechtfertigt so einiges. Auch, dass man sich ordentlich selbst bemitleidet, unter der Bettdecke verkriecht und davon träumt mit Peter Pan nach Neverland abzuhauen, um nieeeeeemals erwachsen zu werden.

Ich war in der letzten Woche mit einer guten Freundin unterwegs, die ich schon länger nicht gesehen habe. Sie steckt zur Zeit mitten in den Vorbereitungen für das Abitur. Während sie von Abi-Vorschlägen, Lektürenschlüsseln und den Schrecken des Zentralabiturs erzählte, habe ich mich immer wieder bei dem Gedanken ertappt, dass so ein Zeitsprung zurück in die zwölfte Klasse gar nicht so schlecht wäre.

Ich will um Gottes Willen das Abi nicht klein reden!! (und das schreibe ich jetzt nicht nur, um meine Abitur-geplagten Leser nicht zu verlieren 😉 ) Die Zeit in der Oberstufe – insbesondere kurz vor dem Abi – war eine stressige Zeit. Aber es war auch gleichzeitig eine sehr schöne Zeit. Die Oberstufe ist die Zeit in der man zu „den Großen“ gehört und mit dem eigenen Auto zur Schule fährt. Gleichzeitig ist aber auch alles für einen geplant. Deine Fächer, dein Stundenplan, deine Klausuren. Um nichts musst du dich kümmern.

Und dann ist die Schule vorbei. Plötzlich bist du für dich selbst verantwortlich. Steuererklärung, Altersvorsorge, Büroalltag. Alle erwarten von dir, dass du weißt, was du zu tun hast. Und was machst du? Du siehst dich panisch nach dem nächsten Erwachsenen um, bist du merkst: „Ach Verdammt! Ich bin ja jetzt selbst einer!“

 Und weil ich seit heute morgen 9:30 Uhr  in meiner ältesten Jogginghose, ungeschminkt und mit fettigen Haaren (ja, die Wahrheit ist nicht schön) ununterbrochen vor meinem Laptop sitze, um eine Präsentation für die Uni vorzubereiten – die noch vor Weihnachten abgeben sein sollte. Oh du fröhliche! – , kann ich mit nicht mal 20 sagen: Erwachsen sein ist scheiße.

Das hört sich alles ganz schön frustriert und depressiv an. Burnout mit nicht mal 20!?! Ich glaube, ich sollte eben schnell was klar stellen. Versteht mich bitte nicht falsch: Ich mag mein Studium. Ich mag meinen Job. Wenn ich auf das letzte Jahr zurückschaue, fühle ich mich, als wäre ich gealtert. Gealtert ist vielleicht das falsche Wort. Ich fühle mich, als wäre ich gewachsen. Weitergekommen. Es ist schön zu sehen, dass die meisten Sachen gar nicht mehr so gruselig sind, wenn man erstmal damit angefangen hat. Im Normalzustand finde ich das also eigentlich alles ganz cool, so wie es ist.

Aber wir erinnern uns: Klausurenphase. Ausnahmezustand. Heute hat jemand zu mir gesagt: „Bei dir hat man das Gefühl, du bist mit der Uni liiert.“ So fühle ich mich im Moment auch. Ich kann euch sagen, es ist eine Horrorbeziehung. Und geht das nur mir so? Sobald es schwierig wird, stellt sich die Sinnfrage: Warum tue ich mir das an? Wofür? Um den Rest meines Lebens 9 to 5 hinter einem Schreibtisch zu sitzen? Hilfe! Plötzlich erscheint alles so verbaut und vorbestimmt, was es aber mit nicht mal 20 definitiv nicht ist.

Da solche Gedanken nicht unbedingt förderlich für meine Laune sind, brauche ich dringend Ablenkung durch die richtige Musik. Und so gerne ich es auch mag, ist Hardcore mit leicht depressiven, wütenden Texten à la Boysetsfire oder Sum41 in dieser Situation nicht sehr angebracht. Das macht nämlich erfahrungsgemäß alles nur noch schlimmer. Was Positives musste her. Ein bisschen Pop-Punk schadet nie. Deshalb höre ich beim Lernen gerne All Time Low.

„Somewhere in Neverland“ habe ich erst heute „entdeckt“. Und wie jede „Neuentdeckung“ hat mich der Song sofort an meinen Blog erinnert, den ich in den letzten drei Monaten – upps! – sträflich vernachlässigt habe. Aber das Schreib-Fieber hat mich wieder gepackt und ich gelobe Besserung im kommenden Jahr. Ich weiß, gute Vorsätze sind nur da, um sie spätestens in der zweiten Januarwoche wieder über den Haufen zu werfen. Aber ich meine es wirklich Ernst. Schon allein deshalb, weil ich gerade merke, wie sehr mir das Schreiben gefehlt hat 😀 Hier wird sich zwischen den Jahren außerdem ein bisschen was ändern. Also seid gespannt!:)

Viel Spaß mit dem Song!


Lust auf…

…. mehr Prokrastination?

…. mehr Selbstmitleid?

…. mehr „Ich-will-aber-nicht-erwachsen-werden!“?

Ach da war ja noch was… Ich wünsche dir schöne Weihnachtsfeiertage! 🙂

Like your life is a map with no compass to guide.

Never really saw me coming – You left with nothing to say.

Bevor es mit dem Song losgeht, erst einmal ein kleines Experiment: Wo warst du heute vor einem Jahr? Und nein, ich meine das jetzt nicht auf den Ort bezogen. Was hat dich heute vor einem Jahr beschäftigt? Was hat dir Angst gemacht? Vor welchen Herausforderungen standest du? Und jetzt ein Jahr später. Wetten, dass du mindestens eine dieser Herausforderungen gemeistert hast? Wetten, dass dir mindestens eine dieser Sorgen richtig lächerlich vorkommt? In einem Jahr kann viel passieren. Wir wachsen über uns hinaus. Ein schönes Gefühl oder? Und genau davon handelt Look at me now von Charlie Puth:

„I said this time next year
Imma be the one who do
Everything and more you said
I couldn’t do
This one is for you
This time next year
I’m gonna be stronger
A little bit taller
Top is my only view

I’m kickin‘ in the door now
Better get out my way
Never really saw me comin‘
You left with nothing to say
This‘ for everybody
Who’ve always put me down
I hope you open up your eyes
And take a good look at me now
Take a good look at me now
Take a good look at me now

‚Cause this time next year
Imma walk down these halls
And show my face for the world to see
Gonna see me
And Imma call every girl that turned me down
And tell ‚em now that
I’m just too busy
‚Cause I don’t have the time

And its funny how my so-called friends
Who’ve always left me alone
Are suddenly running into me
And blowin‘ up my phone

I’m kickin‘ in the door now
Better get out my way
Never really saw me comin‘
You left with nothing to say
This‘ for everybody
Who’ve always put me down
I hope you open up your eyes
And take a good look at me now
Take a good look at me now
Take a good look at me now
Oh baby
Take a good look at me now
Take a good look at me now
Take a good look at me now

Oh, look at me now
Woah, this one is dedicated
To all of the people
Who said I would be nothing
Just look at me now
Look at me now
Look at me now

I’m kickin‘ in the door now
Better get out my way
Never really saw me comin‘
You left with nothing to say
This‘ for everybody
Who’ve always put me down
I hope you open up your eyes
And take a good look at me now
Take a good look at me now“


Morgen geht für mich ein weiterer Abschnitt meines Studiums zu Ende. Etwa vor einem Jahr habe ich angefangen. Höchste Zeit, um zurück zu schauen. In diesem einen Jahr ist enorm viel passiert. Ich habe natürlich auch einige Rückschläge erlebt – klar, wer tut das auch nicht! Aber ich habe auch viele Herausforderungen gemeistert, vor denen ich vor einem Jahr noch Angst hatte. Ich bin weiter gekommen. Weiter als ich es vor einem Jahr erwartet hätte. Endlich habe ich das Gefühl, angekommen zu sein. Endlich ist dieses gruselige Wort Zukunft gar nicht mehr so gruselig, wie es vor einem Jahr noch war.  Und das ist ein super Gefühl. Wir sollten viel öfter zurückschauen und auch mal stolz darauf sein, wie weit wir schon gekommen sind. Und anerkennen, dass wir ganz schön viel schaffen können – oft mehr als wir uns selbst zu trauen. Und für den persönlichen Jahresrückblick muss es nicht immer Silvester sein 😉

Charlie Puth dürfte dir bekannt vorkommen. Mit „See you again“, wo er Wiz Khalifa featured, hatte er dieses Jahr seinen großen Durchbruch. Auch ein schöner Song. Aber dieser Song ist älter und stammt noch aus Charlie Puths Youtube-Musiker-Zeiten. Das Originalvideo hat er mittlerweile raus genommen, aber der Song dürfte über zwei Jahre alt sein. Denn ungefähr vor zwei Jahren habe ich ihn auf Youtube „entdeckt“. Der Song macht einfach gute Laune. Sofort hat man dieses „Ich-kann-alles-schaffen!“-Gefühl. Wer weiß, was heute in einem Jahr ist..;)

Viel Spaß beim Reinhören! (auch wenn diese Version des Originalvideos eine ziemlich schlechte Qualität hat…)

Never really saw me coming – You left with nothing to say.

Just you and me and the gasoline.

Gestern um diese Zeit saß ich nicht auf meinem Sofa sondern stand vor einer Bühne. Gestern um diese Zeit habe ich diesen Song nicht aus den Boxen meiner Stereoanlage sondern live gehört. Gestern war ich im Schlachthof in Wiesbaden bei Boysetsfire. Und ich lasse dich daran teilhaben. Mit meinem neuen Lieblingssong: One match.

„Here’s only one way out
And you’ll never find it ‚til you find it on your own
Rise up to find yourself

In the flames that burned you into ashes long ago

This fight begins as it will end

It’s you and me and the gasoline
Igniting our destiny
It’s you and me and the gasoline
Just one match away from entropy

We bleed desire
Unending fire rising from the static air
Complete defiance
Annihilation of a life filled from despair

This fight begins as it will end

It’s you and me and the gasoline
Igniting our destiny
It’s you and me and the gasoline
Just one match away from entropy

With just one match our hearts catch fire
With just one match we burn with pure desire

It’s just you and me and the gasoline
Igniting our destiny
It’s you and me and the gasoline
Just one match away from entropy

This fight begins as it will end
This fight begins as it will end.“


Boysetsfire sind für mich mehr als nur irgendeine Metalcore-Band. Wenn man in ein Album von Boysetsfire reinhört, fällt vor allem eines auf: die Leidenschaft. Diese Leidenschaft spürt man in jedem Song. Dazu kommen kritische, wütende und oft auch politische Texte und die wunderbare Stimme von Frontmann Nathan Gray. Diese Mischung macht Boysetsfire für mich einmalig. „The Misery Index“, das vorletzte Album der Band, läuft bei mir rauf und runter. Besonders beim Autofahren – sehr zum Leidwesen meines Vaters: „Müssen wir uns denn morgens schon so anschreien lassen?!“ Außerdem ist das Album der perfekte Soundtrack zum Wütend sein (und wieder runter zu kommen 😉 ) Songs wie „Walk astray“ und „Empire“ haben einen festen Platz in meiner All time Favorite – Playlist.

Vor gut zwei Wochen kam dann das neue, mittlerweile achte Album der Band mit dem grandios kreativen Titel „boysetsfire“ raus. Doch der Titel täuscht. Das Album ist super. Noch mehr Energie. Noch mehr Leidenschaft. Noch mehr Gefühl. One Match ist mein Lieblingssong auf dem Album. Du und ich und das Benzin. Dann nur noch ein Streichholz und alles wird nieder gebrannt, damit der Weg frei wird für einen Neuanfang. Live war der Song nochmal etwas ganz Besonderes.

Ich habe mich riesig gefreut, als die Deutschland-Termine bekannt gegeben wurden. Vor etwa anderthalb Jahren habe ich Boysetsfire in München live gesehen. Damals kannte ich nicht einen einzigen Song. Überzeugt haben sie mich trotzdem. Das gestrige Konzert wurde gekrönt durch zwei besondere Support Acts: Great Collapse und Silverstein („My Heroin“, „Broken Stars“)! Alleine Silverstein wären ein Grund gewesen, nach Wiesbaden zu fahren. Boysetsfire waren wirklich super. Die ganze Energie und Leidenschaft sprang auf das Publikum über und ich hatte Gänsehaut als alle bei „Walk Astray“ mitgesungen haben.  Mein persönliches Highlight war der allerletzte Song: Empire. Für mich und meine beste Freundin fast sowas wie eine Hymne. 😉 (Falls du den Song nicht kennen solltest: unbedingt reinhören!) Alles in allem ein wirklich guter Abend.

Viel Spaß beim Reinhören in „One Match!“:

Just you and me and the gasoline.